Viehscheid Allgäu
Viehscheid im Allgäu
Bergisches Brauchtum hautnah erleben: Viehscheid in den Hörnerdörfern
Jedes Jahr im September findet in den Allgäuer Hörnerdörfern ein einzigartiges Schauspiel statt: der Viehscheid. An diesem Tag kehren die Kühe, die den Sommer hoch oben auf den saftigen Alpenwiesen verbracht haben, zurück ins Tal zu ihren Bauern. Ein farbenfrohes Fest mit traditionellen Trachten, Alphornklängen und kulinarischen Schmankerln erwartet die Besucher.
Ob ganz groß, mit viel Vieh und Volk wie in Gunzesried-Ofterschwang, oder ganz familiär wie in Bolsterlang, Obermaiselstein und Balderschwang, ein Viehscheid in den Hörnerdörfern ist ein beeindruckendes Erlebnis.
Die Rinder mit den blanken Zugschellen, die fein herausgeputzten Älpler und Einheimischen in Tracht, dazu Musik und Schmausereien. Es ist ein Fest, wie es im Buche steht - drum sei schnell und mit dabei:
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Viehscheid-Termine in den Hörnerdörfern
Weitere Viehscheid Termine 2026
Freitag, 11. September 2026:
- Bad Hindelang
- Oberstaufen
- Schöllang (Oberstdorf)
Samstag, 12. September 2026:
- Oberstdorf (Ortszentrum)
Freitag, 18. September 2026:
- Wertach (mit Krämermarkt)
- Thalkirchdorf
Samstag, 19. September 2026:
- Immenstadt im Allgäu
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Viehscheid im Allgäu früher und heute
Viehscheid ist der Höhepunkt des Jahres für die Älpler. Er findet jedes Jahr im September statt, wenn der Alpsommer für das Vieh zu Ende ist und die Tiere an ihre Besitzer zurückgegeben werden. Die Bezeichnung „Viehscheid“, oder "Almabtrieb" hat nichts mit „Abschied“ zu tun, vielmehr ist damit das Auflösen und Auseinanderdividieren der sommerlichen Herde gemeint. Seinen Ursprung hat der Allgäuer Viehscheid im Allemannischen. Bis 1059 n. Chr. kann die Tradition zurückverfolgt werden. In dieser Zeit wurde der erste Viehscheid im Raum Oberstdorf erwähnt. Schon damals trieben die Hirten das Jungvieh zu Tal.
Traditionell tragen die Tiere als Festschmuck Blumenkränze und große Schellen. Diese werden den Tieren bereits am Vortag des Viehscheids umgelegt. Auch der schöne Kranz, der das Leittier des Alpzuges zum Zeichen eines unfallfreien Alpsommers schmückt, wird von fleißigen Händen aus Bergblumen und Tannenzweigen gebunden.
Wann ist eine Kuh eine Kuh?
Erst wenn ein Rind sein erstes Kalb geboren hat, wird es Kuh genannt. Das Kälble wächst zum Schumpen heran. Die Schumpen, auch als Galtvieh bezeichnet, geben noch keine Milch. Auf Galtalpen wird daher kein Käse hergestellt. Im Gegensatz zu Sennalpen, auf der auch Milchkühe gesommert und täglich gemolken werden. Dort entsteht dann auch der Bergkäse, den man oft direkt auf der Alpe oder später oft auch im Tal kaufen kann.
Kurz zusammengefasst:
- Kuh: erst nach der Geburt des ersten Kalbes
- Kälble: Jungtier
- Schumpen/Galtvieh: noch nicht melkbar, daher auf Galtalpen - keine Käseproduktion
- Sennalpen: mit Milchkühen - dort wird Milch verarbeitet und Käse hergestellt
Wissenswertes zum Viehscheid
Der Viehscheid, auch Almabtrieb genannt, ist ein altes Brauchtum im Allgäu, das das Ende des Alpsommers und den Beginn der Stallhaltung markiert. Die Älpler und Hirten kehren mit den Tieren zurück ins Tal. Auf dem sogenannten Scheidplatz werden die Tiere dann ausgeschieden, also wieder ihren rechtmäßigen Besitzern zugeordnet. Für die Bauern ist es ein wichtiger Tag, da sie ihre Tiere nach monatelanger Trennung wiedersehen und den Erfolg des Alpsommers feiern können.
Nur wenn der Sommer unfallfrei verlaufen ist für Mensch und Tier, wird das Leittier aufgekranzt, das heißt, mit einer aus immergrünen Zweigen und heimischen Alpblumen geflochtenen Krone geschmückt.
Dass dieser Kopfschmuck gefertigt wird, ist dabei nicht so selbstverständlich, wie es die vielen bunten Fotos von Kranzrindern glauben machen möchten. Denn die Arbeit auf der Alpe ist schwer und durchaus mit Gefahren für die Tiere verbunden. Man denke nur an Unwetter, die oben auf den Bergen weit schwerere Ausmaße annehmen können als in den geschützten Tälern. Wie leicht kann etwas passieren! Darum ist jedes Kranzrind Zeichen eines besonders guten Sommers.
Der Unterschied zwischen Glocke und Schelle liegt nicht nur in der Form. Schellen werden geschmiedet, genauer, sie werden aus Metall zu Halbschalen getrieben und dann vernietet und verschweißt. Glocken hingegen werden gegossen. Oft mit eingegossenen Segenswünschen als Muster, wie „Gott schütze diese Herde“. Zudem sind Glocken meist den Milchkühen vorbehalten, das Galtvieh trägt Schellen. Im Klang überzeugen aber beide.
Der Viehscheid findet in den Hörnerdörfern Obermaiselstein, Bolsterlang und Balderschwang statt, ebenso im benachbarten Gunzesrieder Tal. In diesen Dörfern gibt es einen eigenen Festplatz, an dem der Viehscheid gefeiert wird. Darüber hinaus gibt es viele weitere Viehscheide im Allgäu von groß und stimmungsvoll, bis klein und familiär.
Der Viehscheid in den Hörnerdörfern findet jedes Jahr an unterschiedlichen Terminen im September statt. Die Termine findest Du hier auf der Website der Hörnerdörfer: https://www.hoernerdoerfer.de/region/tradition-brauchtum/viehscheid#c1663
Beim Viehscheid in den Hörnerdörfern kannst Du hautnah das alpenländische Brauchtum erleben. Du siehst die prächtig geschmückten Kühe, hörst die Klänge der Alphörner und kannst traditionelle Trachten bewundern. An den Festplätzen gibt es außerdem zahlreiche kulinarische Schmankerln aus der Region zu probieren und es wird mit Musik, Festzelt und viel Bier bis spät in den Abend gefeiert.
Die Hörnerdörfer sind mit dem Auto und der Bahn gut zu erreichen. In den Dörfern selbst gibt es Parkmöglichkeiten. Am besten ist die Anreise mit dem öffentlichen Nahverkehr: https://www.hoernerdoerfer.de/service/anreise-mobilitaet
Die 5. Jahreszeit
gelernte Kauffrau für Tourismus und Freizeit
Der Allgäuer Viehscheid (Almabtrieb) ist eines der größten Highlights in der Region. Jedes Jahr im September kommen mehrere 1000 Tiere von den Alpen zurück ins Tal zu ihren Bauern in den Stall, für die Hirten das Ende des Bergsommers.