Hock Di her,
i verzähl Dir a
G'schichte…

Kapelle Schweineberg
Hock Di her, i verzähl Dir a G'schichte…
Von hier aus ist es nicht mehr weit – vielleicht eine halbe Stunde zu Fuß,
dann bist Du im Ortsteil Schweineberg.
Dort steht mitten im Ort eine kleine schlichte Kapelle.
Wie sie entstanden ist – klingt fast wie ein Märchen:
Es war im Jahr 1672.
Zwei Bauern – der Hans Stadler und der Matheis Hartmann – standen beinander.
Der Hans sagte: „Wenn der Birnbaum da nicht stehen würde, dann würde ich
den Platz für den Bau einer Kapelle hergeben.“
Und dann ist es geschehen:
Der Baum, sonst groß und voller schöner Birnen, verdorrt – ganz plötzlich.
In nur 30 Wochen. So dürr, dass ihn zwei Männer mitsamt Wurzel aus’m Boden ziehen konnten.
Ein Wunder? Ein Zufall? Vielleicht auch nur eine Wurzelfäule oder Wühlmäuse…
Aber darum geht es nicht, denn das Wunder liegt weniger im verdorrten Birnbaum
als in dem, was daraufhin geschah:
Sie haben ihr Wort gehalten.
Nicht gleich, aber 35 Jahre später, 1707 stand sie da:
Die Kapelle, gebaut zu Ehren der Himmelskönigin und dem heiligen Ignatius.
Die Kapelle ist kein großes Bauwerk. Aber sie steht für etwas Großes:
Für Glauben. Für Gemeinschaft.
Für das, was entsteht, wenn Menschen aneinander glauben – und an das, was sie sagen.
Und vielleicht ist genau das das Schönste an der Geschichte:
dass Menschen Wort hielten, dass sie diesen toten Baum wie ein Geschenk annahmen –
und der Himmelskönigin eine Kapelle schenkten.
Daraus spricht eine große Frömmigkeit:
dass man noch im vermeintlichen Unglück erkennt, dass sich ein Raum öffnet.
Und dass man ihn mit Sinn zu füllen bereit ist.

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