Hock Di her,
I verzähl Dir a
G'schichte
Schellen & Glocken
Hock Di her, i verzähl Dir a G'schichte…
Da sitzt Du neben einer Kapelle, und ich will Dir was von Kühen erzählen.
Ja, Kühe. Und glaub mir – das passt zusammen.
Die Marienkapelle ist nicht nach Osten ausgerichtet,
wie es sonst üblich ist. Ihr Altar zeigt nach Westen.
Das ist ungewöhnlich – denn der Osten steht für Licht, für Leben, für Auferstehung.
Himmelsrichtungen haben Bedeutungen.
Für Menschen – und, so sagt man, sogar für Kühe.
Denn auf der Weide stehen sie oft Nord-Süd.
Nicht alle, nicht immer. Aber auffällig oft.
Vielleicht spüren sie etwas, wie einen innerer Kompass.
Und noch etwas verbindet Kapelle und Kuh: der Klang.
Glocken und Schellen. Das feine Bimmeln zieht durchs Tal.
Nicht alles, was klingt, ist eine Glocke. Glocken werden gegossen.
Schellen werden geschmiedet.
Wenn der Hammer auf glühendes Eisen fällt, klingt jeder Schlag anders.
Manche dunkel. Manche hell.
Am Ende: zwei Hälfte, die zusammenpassen.
Eine neue Schelle ist geboren.
Die Glocke dagegen beginnt als Idee mit einer Form aus Lehm.
1100 Grad heiße Bronze fließt hinein.
„Glück auf!“, heißt es beim Guss.
Tage später zeigt sich dann, ob es gelungen ist.
Ob Glocke oder Schelle – feierlich, warnend, freudig. –
ihr Klang gehört zum Allgäu wie die Kühe auf der Weide.
Also bleib noch einen Moment.
Und horch hin – in die leise Melodie der Hörnerdörfer.

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