Hock Di her,
I verzähl Dir a
G'schichte…

Die Namensherkunft der Hörnerdörfer
Hock Di her, i verzähl Dir a G'schichte…
Du bist hier mittendrin. Mitten in den Hörnerdörfern.
Bist Du zum ersten Mal da? Oder kommst Du schon lange immer wieder?
Hast Du Dich je gefragt, warum es eigentlich Hörnerdörfer heißt?
Fischen, Ofterschwang, Obermaiselstein, Bolsterlang, Balderschwang – kein Dorf trägt ein „Horn“ im Namen.
Die Kühe? Haben manchmal Hörner – aber eben nicht immer.
Vielleicht ist es der Hornung?
So nennt man hier den Februar, mit seinen 28 Tagen.
Oder ist es der Rothirsch, der im Februar sein Geweih abwirft, damit neue Hörner wachsen?
Vieles klingt möglich. Und doch führt die Spur am Ende wohin?
In die Berge. Dorthin, wo Köpfe zu Gipfeln werden.
Im Allgäu zählt man 451 Gipfel.
Viele tragen das Wort „Kopf“. Der Wannenkopf, der Weiherkopf.
Und wo dieser Kopf besonders geformt ist – spitz, stolz, gekrümmt oder markant –
da wird er zum Horn. Zum Zeichen. Zum Schmuck auf dem Haupt.
Und so heißen sie:
Riedberger Horn. Rangiswanger Horn oder Sigiswanger Horn.
Also nicht von den Tieren, sondern von den Bergen.
Sie geben den Hörnerdörfern ihren Namen.
Aber ob Kuh, Gams oder Hirsch – alle tragen ihre Hörner mit Würde.
Und die Dörfer auch.
Du bist hier mittendrin.
Zwischen Hörnern und Köpfen.
Zwischen Fels und Geschichten.
Du musst nichts benennen Du darfst schauen.
Und vielleicht – ein bisschen staunen.

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