Hock Di her,
I verzähl Dir a
G'schichte…

Schulhaus Bolsterlang
Hock Di her, i verzähl Dir a G'schichte…
Da vorn siehst Du die alte Schule von Bolsterlang.
Von 1907 bis 1968 haben die Einheimischen hier die Schulbank gedrückt.
Den allerersten Unterricht in Bolsterlang gab es schon 1777.
Damals in einem kleinen Haus beim Dorfladen.
Die allgemeine Schulpflicht in Bayern kam erst später, im Jahr 1802.
Kurfürst Max IV., der Großvater vom Märchenkönig Ludwig II, hat sie eingeführt.
Schulpflicht hieß: sechs Jahre, ganzjährig.
Nur zur Erntezeit war frei – da brauchte man die Kinder zum Helfen.
Was an der Schule am wichtigsten war, war das Zeugnis am Ende:
Das gab es nur nach einer Prüfung – und man brauchte es für die Lehre,
die Heirat oder zum Erwerb von Grundbesitz.
Im Jahr 1804 gabs den ersten Lehrplan mit den Fächern:
Gott, Mensch, Natur, Kunst, Sprache, Zahl- und Maaß-Verhältnisse.
Das war schon damals deutlich mehr als nur Rechnen, Lesen, Schreiben.
20 bis 30 Kinder aus Bolsterlang, Kierwang, Sonderdorf waren hier in der Schule.
Es gab einen Klassenraum. Vormittags waren die Klassen 1 bis 4, nachmittags 5 bis 8 dran.
Das Wasser um die Tafel zu putzen holte man am Brunnen.
Seit rund 250 Jahren gibt es also Schule hier. Immer im Wandel.
Mal wird Heimatkunde betont, mal Naturwissenschaft.
Mal fehlen Lehrkräfte, mal platzen Klassen.
Mal herrschte Krieg, mal Aufbruch.
Was blieb, ist der Bildungsauftrag: Wissen und Können vermitteln.
Geist, Körper, Herz und Charakter bilden!
Und dann kam Karl Valentin – einer der klügsten Köpfe Bayerns – und sagt:
„Erziehung ist zwecklos. Die Kinder machen einem eh alles nach.“
Am Ende ist der Lehrplan also gar nicht so wichtig.
Wichtig ist, dass wir gut und anständig leben.
Respektvoll. Ehrlich. Offen. Mit Augenmaß. Und Herzensgüte.
Dann machen es die Kinder schon richtig.

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